Unsere Führungskräfte führen nicht

16.08.2026 Weber | Allgemein, Social Trend, Wirkfaktor Insights

Wirkfaktor Insights · begleitend zu Wirkfaktor Impuls, Sendung vom 14.08.2026 auf Antenne Mainz 106.6

 

Unsere Führungskräfte führen nicht

Deine besten Fachkräfte sitzen jetzt in Führungspositionen – und trotzdem harkt es im Team? Du bist damit nicht allein. Ein wachsender Mittelständler aus dem technischen Bereich kennt dieses Problem sehr genau: Wer fachlich überzeugt, wird befördert. Was dabei fast immer fehlt, ist die Vorbereitung auf die eigentliche Führungsaufgabe. Die Folge zeigt sich schnell im Alltag. Teams beschweren sich, dass sie niemand mitnimmt. Feedback bleibt aus. Personalgespräche finden nicht statt. Und am Ende landen wichtige Entscheidungen doch wieder auf dem Tisch der Geschäftsführung – obwohl es dafür längst eine Führungsebene gibt.

Genau dieses Thema haben wir in der aktuellen Folge von Wirkfaktor Impuls auf Antenne Mainz 106.6 besprochen. Was hinter dem Problem [ANKER: Das Problem im Detail] steckt und wie das Umfeld dieses Unternehmens konkret aussieht, liest du weiter unten im Abschnitt [ANKER: Rahmenbedingungen & Umfeld]. Zuerst hörst du hier, worum es in der Sendung ging – und was du daraus für dein eigenes Team mitnehmen kannst. Du willst die ganze Folge hören? Hier ist sie direkt eingebettet.

Was genau hinter diesem Thema steckt, liest du im Abschnitt Das Problem im Detail. Wie das Umfeld dieses Unternehmens aussieht, erfährst du im Abschnitt Rahmenbedingungen & Umfeld.

Du willst die ganze Folge hören? Hier ist sie:

 

Das Problem – kurz auf den Punkt

Wir haben unsere besten Fachkräfte befördert – und trotzdem funktioniert die Führung nicht. Das ist die Ausgangslage, mit der viele wachsende Unternehmen zu kämpfen haben. Wer technisch stark ist, bekommt Verantwortung für Menschen. Nur: Technisches Können und Führungskompetenz sind zwei völlig unterschiedliche Fähigkeiten. Unsere Teamleiter verstehen ihr Fachgebiet bis ins Detail, aber sobald es um Konflikte, Feedback oder Motivation geht, fehlt ihnen die Erfahrung. Die Teams spüren das sofort. Es heißt dann, die Führungskraft verstehe einen nicht, es gebe keine Gespräche, niemand nehme einen mit. Wir wissen, dass unsere Leute das nicht aus Unwillen tun. Ihnen hat schlicht nie jemand gezeigt, wie Führung eigentlich geht.

 

Die Lösung – was in der Sendung besprochen wurde

In der Sendung ging Lars Weber direkt auf den Kern des Problems ein: Ein Mittelständler aus dem technischen Bereich befördert seine Mitarbeiter dann, wenn sie einen bestimmten fachlichen Leistungsstand erreicht haben. Sie kennen ihr Gewerk, sie liefern gute Arbeit – und genau deshalb übernehmen sie irgendwann Verantwortung für ein Team. Nur bringt technisches Können allein keine Führungskompetenz mit sich. Genau da beginnt das eigentliche Thema dieser Folge.

 Warum fachliche Stärke nicht automatisch Führungsstärke bedeutet

Du kannst dein Handwerk perfekt beherrschen und trotzdem noch nie mit Menschen geführt haben. Das liegt fast nie daran, dass jemand es nicht kann. Es liegt daran, dass es ihm nie gezeigt wurde. Genau dieser Satz aus der Sendung trifft den wunden Punkt vieler Unternehmen: Führungspositionen werden vergeben, aber die Vorbereitung darauf bleibt aus. Das Ergebnis sind unzufriedene Teams, die sich zu Recht beschweren – nicht über die Person, sondern über eine Lücke, die im System liegt. Mitarbeiter berichten, ihre Führungskraft verstehe sie nicht, es gebe keine Personalgespräche, niemand nehme sie mit, niemand erkläre etwas. Das ist kein Charakterproblem einzelner Führungskräfte. Es ist ein blinder Fleck in der Entwicklung von Führungskräften, der sich in kleinen wie in großen Unternehmen gleichermaßen zeigt.

Was Führungskräfte konkret lernen müssen

Die Lösung beginnt mit einer einfachen Erkenntnis: Wenn du jemanden fachlich weiterbringst, gibst du ihm Seminare, Coaching oder eine erfahrene Person an die Seite. Genau dieselbe Unterstützung braucht eine Führungskraft im Umgang mit Menschen. In der Sendung wurden die zentralen Fragen benannt, die jede Führungskraft beantworten können muss:

Wie führe ich ein Team durch den Alltag? Wie gehe ich mit Stresssituationen um, ohne dass sie sich auf das ganze Team übertragen? Wie motiviere ich unterschiedliche Menschen – denn nicht jeder lässt sich gleich ansprechen oder gleich führen? Wie halte ich Motivation über einen längeren Zeitraum aufrecht, statt nur kurzfristig zu reagieren? Und wie verhalte ich mich in Krisensituationen, bei Streit oder wenn ein Konflikt eskaliert?

Das sind keine Fragen, die sich von selbst beantworten. Das sind Fähigkeiten, die man lernen muss – genauso wie ein Handwerk.

Zwei Wege der Begleitung: Coaching und Seminare

In der Sendung wurden zwei konkrete Wege beschrieben, wie Unternehmen ihre Führungskräfte dabei unterstützen können. Der erste Weg ist persönliches Coaching über einen längeren Zeitraum – oft ein halbes Jahr. Die Führungskraft bekommt eine feste Begleitung, mit der sie regelmäßig reflektiert: Wie ist die Woche gelaufen? Welche Situationen waren schwierig? Was hat funktioniert, was nicht? Diese kontinuierliche Reflexion macht den Unterschied, weil Führung nicht in der Theorie geübt wird, sondern in echten, oft unbequemen Alltagssituationen.

Der zweite Weg sind klassische Führungsseminare oder Workshops. Hier arbeiten Führungskräfte gezielt an den Themen, die in ihrem Alltag am häufigsten auftauchen – Kommunikation, Konfliktklärung, Teamdynamik, Entscheidungsfindung. Beide Wege schließen sich nicht aus. Viele Unternehmen kombinieren strukturierte Seminare mit individueller Begleitung, damit das Gelernte auch tatsächlich im Alltag ankommt und nicht nur auf dem Papier stehen bleibt.

Ergänzende Ansatzpunkte aus der Praxis

Über die Sendung hinaus zeigt sich in der Praxis, dass sich diese Herausforderung an mehreren Stellen gleichzeitig bearbeiten lässt. Sieben Punkte haben sich dabei als besonders wirksam erwiesen: Führungsrollen klären, damit jeder weiß, wofür er verantwortlich ist. Erwartungen definieren, statt sie stillschweigend vorauszusetzen. Führungsroutinen einführen, etwa feste Einzelgespräche und Teamabstimmungen. Feedback- und Konfliktgespräche gezielt trainieren, statt sie dem Zufall zu überlassen. Entscheidungsrechte klar festlegen, damit Führungskräfte auch wirklich entscheiden dürfen. Führungskräfte aktiv begleiten, statt sie nach der Beförderung allein zu lassen. Und die Geschäftsführung spürbar entlasten, indem Entscheidungen dort bleiben, wo sie hingehören.

Diese Punkte ersetzen nicht, was in der Sendung besprochen wurde – sie bauen darauf auf und zeigen, wie sich Coaching und Seminare in konkrete, alltagstaugliche Strukturen übersetzen lassen.

Was das für dich als Unternehmer bedeutet

Wenn du erkennst, dass sich deine eigene Situation in dieser Sendung wiederfindet, lohnt sich zuerst ein ehrlicher Blick auf die Beförderungslogik in deinem Unternehmen. Wurde jemand befördert, weil er führen kann – oder weil die fachliche Leistung stimmte? Beides schließt sich nicht aus, aber es sind zwei unterschiedliche Fragen, die getrennt beantwortet werden müssen. Der zweite Schritt ist, Führung nicht länger als Selbstläufer zu behandeln. Genauso wie du in fachliche Weiterbildung investierst, investierst du in Führungskompetenz – mit Zeit, mit Budget und mit einer klaren Erwartungshaltung an das, was eine Führungskraft leisten soll.

Der dritte Schritt ist Geduld. Führung lernt man nicht in einem Workshop-Tag. Die Führungskräfte aus der Sendung brauchten ein halbes Jahr kontinuierlicher Begleitung, bis sich spürbare Veränderungen zeigten. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein realistischer Zeitrahmen für eine Fähigkeit, die genauso viel Übung braucht wie jedes fachliche Handwerk. Unternehmen, die diesen Prozess ernst nehmen, berichten am Ende von genau den Effekten, die sich auch die Geschäftsführung aus der heutigen Sendung wünscht: weniger Eskalationen auf ihrem Tisch, zufriedenere Teams und Führungskräfte, die tatsächlich führen – nicht nur den Titel tragen.

Am Ende geht es immer um dasselbe Ziel: eine Führungsebene, die Orientierung gibt, Konflikte früh löst und die Geschäftsführung wirklich entlastet. Das erreichst du nicht durch einen einzelnen Workshop, sondern durch eine Kombination aus klaren Strukturen, echter Begleitung und der Bereitschaft, Führung genauso ernst zu nehmen wie fachliche Exzellenz.

Das Problem im Detail

Wir sind in den letzten Jahren spürbar gewachsen – und mit uns ist auch der Bedarf an Führung gewachsen. Also haben wir das naheliegendste getan: Wir haben unsere erfahrensten Fachkräfte zu Teamleitern gemacht. Fachlich sind sie stark, das war nie die Frage. Nur zeigt sich im Alltag immer deutlicher, dass echte Führung bei uns kaum stattfindet. Konflikte im Team werden nicht früh angesprochen, sondern schwelen weiter, bis sie eskalieren. Mitarbeiter erhalten selten strukturiertes Feedback zu ihrer Arbeit. Und viele Entscheidungen, die eigentlich auf Teamleiter-Ebene fallen sollten, landen am Ende doch wieder bei uns in der Geschäftsführung.

Wenn wir genauer hinschauen, verstehen wir auch, warum das so ist. Unsere Teamleiter sehen sich selbst noch immer in erster Linie als beste Fachkraft im Team – nicht als Verantwortliche für Menschen, Prioritäten und Ergebnisse. Diese Rolle hat ihnen nie jemand erklärt, geschweige denn beigebracht. Das erzeugt Frust auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Unsere Mitarbeiter wünschen sich Orientierung und das Gefühl, gesehen zu werden. Wir als Geschäftsführung wünschen uns endlich spürbare Entlastung. Und unsere Führungskräfte selbst fühlen sich zunehmend unsicher in einer Rolle, auf die sie nie wirklich vorbereitet wurden.

Wir haben Führungspositionen geschaffen. Ein gemeinsames Führungsverständnis dagegen haben wir bislang nicht entwickelt – und genau das ist unser eigentliches Problem.

 

 

Rahmenbedingungen & Umfeld

Wir sind ein wachsender Mittelständler mit aktuell rund 40 Mitarbeitern, tätig in einer fachlich anspruchsvollen und stark operativ geprägten Branche. Bei uns dauert es lange, bis jemand den vollen fachlichen Durchblick hat und Aufgaben eigenständig und sicher umsetzen kann – entsprechend hoch ist die Wertschätzung für Erfahrung und fachliche Leistung. Genau diese Kriterien haben bislang auch fast ausschließlich darüber entschieden, wer bei uns in eine Führungsposition aufsteigt: fachliche Leistung und Loyalität zum Unternehmen.

Was uns dabei bisher gefehlt hat, ist eine echte Vorbereitung auf die Führungsrolle selbst. Unsere Führungskräfte wurden auf ihre neue Aufgabe kaum vorbereitet, es gibt bei uns keine klaren Führungsstandards, keine regelmäßigen Führungskräftetreffen und keine verbindlichen Formate für Kommunikation im Team. Dadurch bleibt die Geschäftsführung bis heute die zentrale Anlaufstelle für Eskalationen – auch für Themen, die eigentlich auf Team-Ebene gelöst werden könnten und sollten.

Unsere Unternehmenskultur ist grundsätzlich positiv und von echter Nähe geprägt. Vieles haben wir bislang informell und im direkten Gespräch gelöst, das hat lange gut funktioniert. Mit wachsender Unternehmensgröße merken wir jedoch immer deutlicher: Dieses informelle Modell trägt nicht mehr zuverlässig. Genau an diesem Punkt setzt die Lösung an, die wir mit Wirkfaktor erarbeitet haben.

  

Noch einmal reinhören

Wenn du die ganze Folge zum Thema Führungskräfte, die nicht führen, noch einmal in Ruhe hören willst, spul einfach nach oben zum eingebetteten Player. Es lohnt sich, besonders wenn du selbst gerade Fachkräfte zu Führungskräften machst – oder es in nächster Zeit vorhast.

 

Dein nächster Schritt

Du erkennst dich in diesem Thema wieder? Dann lass es uns gemeinsam angehen.

Hast du ein anderes Thema, das dich gerade beschäftigt? Dann reiche es ein – direkt und unkompliziert. Wir behandeln es in der Sendung oder bei Wirkfaktor Insights. Du entscheidest, ob dein Name dabei genannt wird oder ob wir dein Thema anonym aufgreifen. 

Link zum Formular: https://larsweber.net/wirkfaktor/thema-einreichen/

Noch nicht sicher, ob dein Thema passt? Dann vereinbare ein unverbindliches Erstgespräch. Wir schauen gemeinsam, was der richtige nächste Schritt für dich ist.

 

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